Fachbuch Keramikrestaurierung

Theorie und Praxis der Konservierung und Restaurierung
von Porzellan, Steinzeug, Steingut und Irdenware

Keramikrestaurierung

Theorie und Praxis der Konservierung und Restaurierung von Porzellan, Steinzeug, Steingut und Irdenware

Rainer Geschke, 2019
215 Seiten, gebunden, 410 farbige und 13 schwarz/weiße Fotos, 11 Zeichnungen und 5 Tabellen.

Nach Jahrzehnten endlich wieder ein deutschsprachiges Fachbuch, das keramikrestauratorisches Wissen in aktualisierter Form zusammen­fassend darstellt!

Das Buch wendet sich an Fachleute, Studenten und alle Interessierten, die sich einen Überblick über die Möglichkeiten oder auch die Geschichte der Restaurierung keramischer Objekte verschaffen möchten.

Aktuelle Techniken und Materialien werden detailliert und verständlich beschrieben und in der Anwendung erklärt. Besonderer Wert wurde auf die Praxistauglichkeit des Buches gelegt, ohne aber die Darstellung der zugehörigen theoretischen Grundlagen zu vernachlässigen.

Ein Highlight ist das Praxis-Spezialkapitel, in dem an dreizehn verschiedenen Keramiken, von der archäologischen Irdenware bis hin zum Manufakturporzellan, unterschiedlichste Restaurierungs­techniken Schritt für Schritt illustriert werden.

Ausführlich werden ethische Fragen im Kontext der Keramikres­taurierung diskutiert, ebenso die Aspekte von Umwelt- und Arbeitsschutz.

Viele an Keramiken vorkommende Fehler haben ihre Ursache in Herstellungsschwächen oder -schäden. Daher wird anfangs auf bestimmte Teilbereiche der Herstellung von Keramik eingegangen. Im Anschluss folgt eine Darstellung von Schäden die externe Ursachen haben, wie Bruch, Abrasion, Salzprobleme oder Restaurierungsschäden.

Im zentralen Teil des Buches werden zunächst alte und überholte Restaurierungsmethoden und -materialien besprochen. Eigenschaften und Optionen der Entfernung dieser Materialien werden diskutiert, bevor aktuelle Restaurierungs- und Konser­vierungstechniken und -materialien erklärt werden. Dabei geht es sowohl um alltägliche, wie auch um ungewöhnliche und selten zu findende Methoden. Der Text wird durchgehend von Fotos begleitet, die den jeweils behandelten Aspekt veranschaulichen.

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Inhaltsbeschreibung

Zu Beginn wird auf die Begriffe ’Ton’ und ’Keramik’ und deren korrekter Anwendung eingegangen. Die keramischen Gattungen werden dargestellt.

Um in der Restaurierung/Konservierung treffsicher angemessene Entscheidungen fällen zu können, sollte das jeweilige Material in seiner Herstellung und seinen Eigenheiten verstanden worden sein. Der Restaurator sollte wissen, bei welchen Mängeln es sich um Herstellungsfehler handelt und wie es dazu gekommen ist. Daher wird zunächst kurz die Entstehung des Rohstoffes Ton dargestellt und die traditionelle Herstellung von Keramik erklärt. Dabei geht es vom Graben des Tones über Formgebungs­techniken, das Trocknen der Ware, keramische Oberflächen­gestaltung und das Brennen bis hin zum Abkühlen des Ofens nach dem Glattbrand. Parallel wird auf mögliche Herstellungs­probleme hingewiesen, die zu Schwächen oder Mängeln in der fertigen Ware führen können.

Kapitel 4 befasst sich mit der engeren Thematik, der Konser­vierung und Restaurierung von Keramik. Auch hier werden eingangs die Begriffe ’Konservierung’ und ’Restaurierung’ erklärt und voneinander abgegrenzt. Danach werden ethische Fragen der modernen Restaurierung diskutiert, bevor ausführlich auf herstellungsbedingte sowie herstellungs­unabhängige Schäden, Mängel und Problematiken keramischer Objekte eingegangen wird.

Nach diesen einleitenden Betrachtungen geht es in die Tiefe der eigentlichen Techniken der Konservierung und Restaurierung von Keramik. Zunächst werden eingehend Untersuchung und Maßnahmen­planung diskutiert, bevor auf die verschiedenen Techniken der Reinigung von Keramik eingegangen wird.

Darauf folgt die Darstellung der Restaurierungs­materialien in ihrer Anwendung und Entfernung, zunächst historischer und überholter Materialien und dann der modernen und aktuellen Restaurierungs­materialien. Ausführlich werden Festigungs­techniken, die Optionen an Klebematerialien und verschiedene Arten der Klebung, Möglichkeiten der Füllung und Ergänzung fragmentarischer Keramik diskutiert. Die Abformung von Keramik zur Wiederherstellung verlorener Objektsubstanz wird erklärt, ebenso die Retusche hergestellter Ergänzungen.

Mit einem Kapitel über die Möglichkeiten der Montierung keramischer Objekte (z.B. der Präsentation von Fliesenpanelen vertikal an der Wand) endet die Darlegung der technischen Grundlagen der Restaurierung/ Konservierung. Es folgt ein Praxiskapitel, in dem anhand von 13 keramischen Originalen verschiedene konservatorisch/restauratorische Maßnahmen demonstriert und ausführlich bebildert werden, von der 6000 Jahre alten archäologischen Irdenware bis hin zum Meißner Porzellanteller.

Die letzen beiden themenrelevanten Kapitel befassen sich mit der objektschonenden, sicheren Lagerung von Keramik sowie Aspek­ten von Arbeits- und Umweltschutz in der Keramikrestaurierung. Danach folgen Bibliographie, Abbildungs­nachweise und Index.

Inhaltsverzeichnis

  • 1. Einführung

  • 2. Was ist Keramik?

    Definition der Begriffe ‘Ton’, ‘Keramik’, ’Porzellan’, ’Steinzeug’, ’Steingut’ und ’Irdenware’
    Charakteristik keramischer Materialien und Kategorisierung der keramischen Gattungen

  • 3. Die Herstellung von Keramik

    • 3.1 Das Aufbereiten des Tones

      - Verunreinigungen in frisch gegrabenem Ton
      - Magerung von Tonmassen
      - Das Tonschlagen

      Darstellung von Fehlern bei der Tonaufbereitung, die auf verschiedene Weise zu Fehlern im fertigen Objekt führen (z.B. schlechte Homogenisierung oder mangelhafte Entlüftung des Tones)

    • 3.2 Die Formgebung

      Erläuterung von Verarbeitungsmöglichkeiten des Tones (z.B. Handaufbau oder Drehscheibentechnik). Entsprechend der jeweiligen Verarbeitung des Tones entstehen charakteristische Schwachstellen am fertigen Objekt.

    • 3.3 Das Trocknen

      Vor dem völligen Trocknen können Keramiken nachbearbeitet werden durch Ritzen, Kerben, Politur o.ä.. Darstellung von Trockenfehlern.

    • 3.4 Der Schrühbrand

      Erklärung der Aufgabe des Schrühbrandes versus Keramikherstellung ohne Schrühbrand

    • 3.5 Oberflächengestaltung, Engobierung und Glasierung

      Darstellung der verschiedenen Optionen der Oberflächengestaltung von Keramik (z.B. durch Feuerspuren, per Glasur oder Engobe, per Politur oder Anflugglasur). Dabei vorkommende Fehler und zu Fehlern führende Schwächen.

    • 3.6 Der Hoch- oder Glattbrand

      Erklärung von Brenntechniken mit Bezug auf daraus resultierende Objektcharakteristika, -defizite und -fehler.
      Physikalische Vorgänge im Scherben beim Brennen. Prozess der Umwandlung von Ton in Keramik, Schwindung des Tones, Sinterung.
      Darstellung von Fehlern beim Brand, die zu fehlerhafter Ware führen.
      Darstellung häufiger Glasurfehler.

    • 3.7 Bemalung

      Beschreibung der keramischen Bemalungstechniken mit charakteristischen Eigenheiten, bzw. Defiziten der jeweiligen Technik.

  • 4. Die Konservierung und Restaurierung

    • 4.1 Definition Konservierung/ Restaurierung

      Definition der beiden Begriffe und Abgrenzung voneinander.

    • 4.2 Ethik in der Konservierung/Restaurierung

      Die ethischen Grundsätze in der modernen Konservierung/ Restaurierung mit Bezug auf den ICON Code of Conduct und die E.C.C.O. Berufsrichtlinien. Illustration einiger unethischer, unzeitgemäßer Restaurierungen.

    • 4.3 Herstellungsbedingte Schäden/Materialfehler

      Illustration einer Reihe von Herstellungsfehlern, die zum ’originalen Design’ des Objektes zu zählen sind und nicht ’restauriert’ werden sollten (z.B. Brennnarben, bestimmte Arten von Abplatzern, Abdrücke von Abstandshaltern usw.).
      Darstellung von restaurierbaren Fehlern, die auf Herstellungsschwächen beruhen.

    • 4.4 Altersbedingte und herstellungsunabhängige Schäden

      Darstellung ’normaler’ Schäden an Keramik wie Bruch oder Sprung mit oder ohne Substanzverlust, Abrieb und Kratzer, Verschmutzungen, die umfangreiche Problematik der Salzbelastungen, Frostschäden, Brand- und Feuerschäden, Schäden durch biologische Aktivität von Algen, Flechten, Moosen, Schimmelpilzen, Schäden durch Wurzelwachstum an archäologischer Keramik, Schäden durch submarine Lagerung, Glasurkorrosion, sowie Schäden verursacht durch alte und hinfällige oder unsachgemäß ausgeführte Restaurierungen.

    • 4.5 Techniken der Konservierung/Restaurierung

      - Aspekte, die bei der Untersuchung auf Schäden und der Planung der Vorgehensweise zu beachten sind.
      - Vorsichtsmaßnahmen bei der Handhabung.
      - Einfache Techniken und Hilfsmittel bei der Untersuchung von keramischen Objekten
      - Chemische Schnelltests
      - Wissenschaftliche Untersuchungsmethoden
      - Erarbeitung eines Restaurierungskonzeptes
      - Die Restaurierungsdokumentation, Struktur und Inhalt.

    • 4.5.2 Techniken der Reinigung von Keramik

    • 4.5.2.1 Trockenreinigung

      Techniken der Trockenreinigung:
      Beschreibung der Trockenreinigung mittels folgender Hilfsmittel:
      - Staubsauger/ Abzuganlage
      - Druckluft
      - Pinsel, Bürsten, Reinigungsschwämme usw.
      - Ultraschallgeräte
      - Laser

    • 4.5.2.2 Feuchte Reinigung und sonstige Methoden

      - Herstellung von Mischungen nach w/w, w/v und v/v, das Mischungskreuz, molare Mischungen, Säure-Wassermischungen
      Vorstellung und Beschreibung folgender Werkzeuge, Materialien und Techniken:
      - Reinigung mit Wasser pur und mit Tensiden oder Lösemitteln versetzt
      - Der Dampfstrahler
      - Reinigungsbäder
      - Komplexbildner
      - Enzyme
      - Säuren
      - Basen
      - Die Entsalzung offenporiger Keramik
      - Trocknungs- und Reinigungskompressen
      - Oxidierende Bleichmittel
      - Reduzierende Bleichmittel
      - Reinigungsbrände
      - Behandlung schimmelbelasteter Keramik
      - Reinigung manganfleckiger Keramik

    • 4.5.3 Restaurierungsmaterialien, Anwendung und Entfernung

    • 4.5.3.1 Historische und überholte Materialien

      - Auflistung einer Reihe von Rezepturen altertümlicher Klebstoffe und Kittmassen zur Restaurierung von Keramik mit teilweise gesundheitsschädlichen Inhaltstoffen (Asbest, Blei)
      Vorstellung und Beschreibung folgender Materialien und Techniken:
      - Metallklammerungen, -drähte und –füllungen
      - Metallarmierungen (Dübel, Drähte, Bleche)
      - Blei- und Zinnfüllungen
      - Ergänzungen aus Holz, Keramik, Metall, Bein usw.
      - Zement- und Kalkmörtel
      - Wasserglas
      - Fluate
      - Urushi
      - Schellack
      - Weitere pflanzliche Harze
      - Bitumen, Teer, Pech
      - Wachs und wachsartige Stoffe
      - Sonstige Festigungsmittel
      - Glutinleim
      - Gummiartige Klebstoffe
      - Papiermaché
      - Stärkekleister
      - Leinölfirnis
      - Caseinleime
      - Lösliches Nylon
      - Polyurethan- und Harnstoff-Formaldehydharze
      - Schmelzkitte

    • 4.5.3.2 Moderne und aktuelle Restaurierungsmaterialien

      Vorstellung und Beschreibung folgender Materialien:
      - Klebe- und Festigungsmaterialien
      - Ergänzungsmaterialien
      - Füllstoffe
      - Retusche/ Oberflächengestaltung

    • 4.5.3.3 Techniken der Entfernung alter Restaurierungsmaterialien

      Vorstellung und Beschreibung folgender Werkzeuge, Materialien und Techniken:
      - Baumwollwattekompressen
      - Einlegen in Lösemittel
      - Lösemitteldämpfe
      - Dampfstrahler
      - Lösemittel per Wattestäbchen
      Diskussion von Problematiken bei der Entfernung alter Festigungsmaterialien.
      Übersicht häufig in der Restaurierung anzutreffender Restaurierungsmaterialien und anwendbare Lösemittel zu deren Entfernung

    • 4.5.3.4 Techniken der Festigung fragiler Objektsubstanz

      - Tränkung, partiell oder komplett. Vorstellung möglicher Arbeitslösungen der infrage kommenden Festigungsmittel. Mögliche Techniken und Werkzeuge.
      - Temporäre Festigung. Vorstellung möglicher Materialien.

    • 4.5.3.5 Techniken der Klebung

      Diskussion der Anwendungsmöglichkeiten in Frage kommender Klebematerialien.
      Unterschiede der Techniken bei Klebungen dichter und offenporiger Keramik.
      Vorsichtsmaßnahmen und Hilfsmittel:
      - Sand-/Reis-/Glaskügelchenkiste
      - Klebebänder
      - Mullbinden
      - Klettverschlussbänder
      - Klemmzwingen
      - Spreizzwingen
      - Magnete
      - Multiclip-Spannbänder
      Spezielle Anwendung von Klebematerialien z.B. bei der Niederlegung und Befestigung hohlliegender Oberflächenlagen oder hochstehender Schuppen.
      Erläuterung von Besonderheiten bei der Anwendung von Epoxid zur Klebung.
      Möglichkeiten der Restaurierung stufiger Sprungkanten.
      Kurze Darstellung der Kintsugi- und der Glasschmelz- Technik.

    • 4.5.3.6 Techniken der Füllung/ Ergänzung

      Diskussion der formalen Gestaltung von Ergänzungen in unterschiedlichen Kontexten.
      Anwendung der Ergänzungsmaterialien (Rezepte, Hilfsmittel) Vorsichtsmaßnahmen und die Vorbehandlung der Originalfragmente.
      Herstellung traditioneller in-situ-Ergänzungen aus Gips, sowie Füllungen aus Mikro-Hohlglaskugelmasse und leim- oder acryldispersionsgebundener Spachtelmasse.
      Herstellung entfernbarer Ergänzungen aus Ton, Keramik und Gips.
      Epoxidergänzungen. Erklärung optischer Effekte bei der Ergänzung semitransparenter Originalsubstanz.
      Schleif- und Poliermaterialien. Eigene Herstellung von Schleifleinen.

    • 4.5.3.7 Abformungen

      - Herstellung rotationssymmetrischer Ersatzteile mittels Eindreharm
      - Verkleinern und Vergrößern von existierenden Modellen
      - Diskussion brauchbarer Abformmaterialien
      Anwendungsoptionen, Vor- und Nachteile der jeweiligen Materialien, Vorsichtsmaßnahmen bei Abformungen am Original.

    • 4.5.3.8 Retusche

      Diskussion über Art und Umfang der Retusche, mögliche Materialien.
      Die Airbrushproblematik.
      Darstellung wichtiger Aspekte bei der Pinselretusche.
      Erläuterung der Acrylretusche sowie der Retusche mit Epoxid.
      Kurze Darstellung der Schellackretusche.
      Darstellung der Problematik von Goldretuschen.
      Metamerie

    • 4.6 Montierung von Objekten

      Diskussion der Möglichkeiten der Präsentation von separaten Objekten als Gruppe (z.B. eines Flachreliefs aus separaten Fragmenten, ausgestellt im Verbund in vertikaler Position, oder Präsentation fragmentarischer Objekte ohne konventionelle Ergänzung nur mittels einer Stützkonstruktion).

  • 5. Praxisbeispiele

    Anhand von 13 beschädigten Keramiken unterschiedlichen Alters und verschiedener Herkunft werden beispielhaft eine Reihe von konservatorischen/ restauratorischen Arbeitsschritten illustriert.

    • 5.1 Kalt bemaltes Irdenwarengefäß aus Ur

      Konservierung eines stark fragmentierten, 6000 Jahre alten archäologischen Objektes. Zusammenbau aus einer Unzahl von Fragmenten, die zunächst gesäubert und stabilisiert werden mussten.

    • 5.2 Chinesischer Krug, Tang Dynastie

      Ca. 1100 Jahre alter Steinzeugkrug mit alten und frischen Schäden. Darstellung der Herangehensweise und Lösung der verschiedenen Problematiken.

    • 5.3 Rotfigurige Kylix, Griechisch

      Museumsobjekt mit offenporigem, rotem Scherben, bei dem die Altrestaurierungen nicht komplett rückgängig gemacht wurden und bei dem die ergänzten Bereiche gut erkennbar sein sollten.

    • 5.4 Chinesische Miniaturvase, Yuan Dynastie

      Glasiertes Objekt mit gesintertem Scherben (porzellanartiges Steinzeug) aus dem 14. Jh.. Das Objekt besaß geklebte Bruchschäden, insbesondere aber musste die oberflächlich fragile Substanz gefestigt werden.

    • 5.5 Persisches Lüstergefäß, 14.Jh.

      Stark fragmentiertes und unvollständiges Objekt mit hinfälliger Altrestaurierung. Komplette Ent- und Neurestaurierung dieses fragilen Objektes mit empfindlicher Lüsterbemalung und Frittekeramik-Scherben. Entrestaurierung, Recherche, Klebung, Ergänzung.

    • 5.6 Islamische Lüsterschale

      Fragmentiertes Objekt ähnlicher Zeitstellung und Herkunft wie 5.5. Die alten Klebungen waren unsicher geworden. Komplette Ent- und Neurestaurierung, hier mit besonderem Augenmerk auf die Reihenfolge der Zusammensetzung der Fragmente.

    • 5.7 Asiatische Flaschenvase, ca. 14.-16.Jh.

      Vase mit porzellanartigem Scherben, der die Mündung.abhanden gekommen war. Hier wird die recht komplizierte Technik einer halbopaken Kernfüllung mit daraufliegender, nahezu transparenter Oberflächenfüllung aus Epoxid dargestellt, die zur Herstellung einer weitgehend unsichtbaren Ergänzung dient.

    • 5.8 Chinesischer Porzellanteller, Kangxi

      Blau-weißer Teller aus dem 17./18. Jh.. Erstellung einer semitransparenten Randfüllung aus Epoxid mit farbigen Einlagen (statt konventioneller Retusche des Dekors auf der Basisfüllung Einarbeitung einer blauen, halbtransparenten Epoxideinlage) zur Schaffung einer optisch kompatiblen, natürlich wirkenden Ergänzung.

    • 5.9 Chinesisches Teekännchen, Kangxi

      Famille verte- Kännchen aus Porzellan mit historischer Altrestaurierung. Abnahme der alten Anbauteile, Reinigung und leichte Restaurierung des Porzellans. Reparatur, Ergänzung und Wiederanbau der alten Ersatzteile.

    • 5.10 Große chinesische Porzellanschale, Yongzheng

      Komplette Ent- und Neurestaurierung einer Porzellanschale aus dem China des frühen 18.Jh.. Das Objekt war fragmentiert, mit alter Klammerrestaurierung sowie einer großen Randergänzung aus bemaltem Blech. Dargestellt wird die komplette Ent- und Neurestaurierung, insbesondere die Entfernung der Klammern, die Reinigung der Fragmente, die Füllung von Bruchlinien und Bohrlöchern, die Herstellung einer zweilagigen Ergänzung für die große Fehlstelle sowie die Einretusche der Malerei auf der Ergänzung.

    • 5.11 Porzellankorb Fürstenberg, ca 1770

      Herstellung und Anbau eines Ersatzhenkels für das verlorengegangene Original per Abformung des noch vorhandenen Henkels.

    • 5.12 Porzellanteller Meißen

      Bemalter Teller mit filigranem, durchbrochenem Rand, an dem ein Segment verlorengegangen war und mit Epoxid in identischer Farbigkeit und Transparenz ergänzt wurde. Anschließend Einretuschierung der Aufglasurmalerei per Acryl.

    • 5.13 Chinesisches Blanc-de-Chine-Porzellankännchen

      Herstellung eines Ersatzdeckels aus glasiertem Porzellan.

  • 6. Lagerung von Keramik

    Diskussion der sicheren Lagerung von Keramik, z.B. zu Aspekten der Magazinierung, der Lagerung salzbelasteter Keramik, zur Auswahl von Verpackungs- und Polstermaterialien.
    Anmerkungen zu Sammlungsnummern und Sammlungsaufklebern.
    Besonderheiten der Lagerung von restaurierten oder kaltbemalten Keramiken.
    Risiken von zu hoher Luftfeuchte in Sammlungen.

  • 7. Arbeits- und Umweltschutz

    Gesundheitsgefahren durch Restaurierungsmaterialien
    Sichere Lagerung von Chemikalien
    Umweltfreundlichere Alternativen zu konventionellen Materialien und Techniken
    Gesundheitsschädliche Stoffe in Altrestaurierungen (Blei, Asbest)
    Gesundheitsgefahr von Liegestäuben
    Asbestkeramik
    Gesundheitsgefährdende kalte Bemalungen
    Uranoxid in Glasuren
    Korrodierende Bleiglasur
    Lärm durch Ultraschallmeissel
    Schutzausrüstung

  • 8. Bibliographie

  • 9. Abbildungsnachweise

  • 10. Index

Fachbuch Keramikrestaurierung - Cover

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Fachbuch Keramikrestaurierung
Theorie und Praxis der Konservierung und Restaurierung
von Porzellan, Steinzeug, Steingut und Irdenware
Rainer Geschke, 2019

215 Seiten, gebunden, 410 farbige und 13 schwarz/weiße Fotos, 11 Zeichnungen und 5 Tabellen.

ISBN 978-3-00-059156-3.
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Der Autor

Rainer Geschke ist Restaurator für Keramik, Glas und verwandte Materialien. Nach einer ersten Laufbahn als Keramiker und dem Entwurf, Bau und Betrieb mehrerer holzbefeuerter Brennöfen ging er im Jahr 2000 nach England, um am West Dean College/Chichester die Konservierung und Restaurierung von Keramik und Glas zu studieren.

Nach Abschluss des Studiums arbeitete er zunächst in einer kommerziellen Werkstatt für Keramikrestaurierung in London.

2003 nahm er eine Festanstellung als Restaurator und Konservator für Keramik und Glas am British Museum in London an. Ab 2005 war er dort als Senior Konservator tätig. 2007 verließ er das British Museum und England und machte sich in Deutschland selbständig. Seitdem arbeitet er für Museen, sowie kommerzielle und private Kunden.